Nachhaltigkeit / Gebäude erhalten

Die meisten heutigen Gebäude Europas stehen auch 2050 noch.

Sie weiter zu nutzen und gut zu sanieren, verursacht meist weniger CO₂e, als abzureissen und neu zu bauen.1

Von 20 Gebäuden, die heute in der EU stehen, werden 2050 noch 17 bis 19 stehen.

Europäische Kommission, 2020 [2] 1 Haus = 5 % des Bestands

01 / Neu bauen

Der Rückbau erzeugt mehr Abfall als alles andere in der Schweiz zusammen.

Der Rückbau von Gebäuden, Strassen und Bahnlinien erzeugt rund 17 Millionen Tonnen Material pro Jahr. Alle anderen Abfälle des Landes zusammen ergeben 6 bis 16 Millionen Tonnen.

Herstellung, Transport und Entsorgung der Materialien für Schweizer Gebäude verursachen zudem 9 bis 11 Millionen Tonnen CO₂e pro Jahr, im In- und Ausland.

02 / Was eine Sanierung erhält

Ein Ersatzneubau verursacht mehr als doppelt so viel CO₂e wie eine Sanierung.

Bei einem typischen Schweizer Mehrfamilienhaus mit 1'000 m² verursacht Abreissen und neu Bauen über 60 Jahre rund 400 Tonnen mehr CO₂e aus Materialien als eine Sanierung, in einer Spanne von 210 bis 600 Tonnen. Das ist im mittleren Fall 2.3-mal so viel, über die ganze Spanne 1.5- bis 4.3-mal.

03 / Heizen

Auch mit 60 Jahren Heizen bleibt die Sanierung vorne.

Wird die alte Heizung durch eine Wärmepumpe ersetzt, wie hier in beiden Gebäuden, verursacht das sanierte Gebäude über 60 Jahre immer noch rund 290 Tonnen weniger CO₂e, Heizen eingerechnet.

04 / Auch gegen Holz

Selbst gegen einen Holzneubau spart die Sanierung Materialemissionen.

Hat der Neubau ein Holztragwerk, verursacht die Sanierung über 60 Jahre immer noch rund 250 Tonnen weniger CO₂e aus Materialien.

05 / Menschen

In fünf Jahren musste im Raum Zürich jede hundertste Person ihre Wohnung verlassen.

Von 2015 bis 2020 mussten 7'253 langjährige Mieterinnen und Mieter Gebäude verlassen, die abgerissen wurden, und 7'120 für eine Totalsanierung ausziehen. Sanieren, während die Bewohnerinnen und Bewohner bleiben, oder aufstocken: So bleiben sie in ihren Wohnungen.

06 / Wohnungen

2025 hat Zürich mehr als fünfmal so viele Wohnungen abgerissen, wie leer standen.

Die Stadt verlor 1'379 Wohnungen durch Abbruch und gewann 547 in bestehenden Gebäuden, zwei Drittel davon in ehemaligen Nichtwohnflächen. Am 1. Juni 2026 standen 252 Wohnungen leer.

In der ganzen Schweiz standen an diesem Tag 0.93 Prozent der Wohnungen leer. Die 2024 ausgeschriebenen Büroflächen könnten theoretisch 8'000 bis 10'000 Wohnungen aufnehmen, eine Studie eines Beratungsunternehmens hält das in der Praxis aber für schwierig.

Abfall in der Schweiz pro Jahr, ohne Aushub
17 Mt
Rückbau
Gebäude, Strassen, Bahnlinien
6 bis 16 Mt
Alle anderen Abfälle
alles andere zusammen
RückbaumaterialAlle anderen AbfälleOberes Ende der Spanne
BAFU, 2025 [3]. Aushub, 57 Mt meist natürliches Material, ist nicht mitgezählt. 1 Block = 1 Mt
Materialien, 1'000 m², 60 Jahre
300 t
Sanieren
180 bis 420 t
700 t
Abreissen und neu bauen
630 bis 780 t
Materialien, SanierungMaterialien, Abbruch und NeubauOberes Ende der Spanne
Synoptic, 2026 [5] 1 Block = 10 t CO₂e
Verdrängte langjährige Mieterinnen und Mieter, Agglomeration Zürich, 2015 bis 2020: 1.02 % der Bevölkerung
7'253
verliessen Gebäude, die abgerissen wurden
7'120
zogen für eine Totalsanierung aus
BWO und ETH Zürich, 2025 [10] 1 Punkt = 50 Personen
Stadt Zürich, Wohnungen
1'379
2025 abgerissen
547
2025 in bestehenden Gebäuden geschaffen
252
leer am 1. Juni 2026

07 / Unsere Rolle

Eine Sanierung beginnt mit dem Wissen, was schon da ist.

Fehlende Informationen über bestehende Gebäude sind ein Grund, warum Sanierungen schwer zu planen sind, und in der EU wird jedes Jahr nur etwa eines von 500 Gebäuden umfassend saniert.

Wir vermessen das Gebäude

Unser Roboter scannt das Gebäude, wie es steht, und unsere Software macht aus dem Scan Punktwolken, Pläne und Modelle.

Geplant wird mit dem Bestand

Pläne und Modelle beschreiben das bestehende Gebäude, damit eine Sanierung darauf geplant werden kann.

Die Eigentümerschaft entscheidet

Wir entscheiden nicht, ob ein Gebäude erhalten wird. Die Emissionen, die eine Sanierung vermeidet, gehören der Eigentümerschaft, nicht uns.

Die Zahlen auf dieser Seite beschreiben Sanierungen im Allgemeinen. Sie sind keine Einsparungen von Synoptic.

08 / So haben wir gerechnet

Ein Gebäudetyp, Schweizer Werte, jede Annahme offen.

Frage
Wie viel CO₂e aus Baumaterialien verursachen Sanierung und Ersatzneubau bei einem Schweizer Mehrfamilienhaus mit 1'000 m² über die nächsten 60 Jahre?
Umfang
Graue Emissionen nach SIA 2032: Materialien, Erstellung, Ersatz von Bauteilen, Entsorgung. In beiden Fällen dieselbe Fläche. Das Heizen wird separat verglichen.
Annahmen
Neubau 10.5 bis 12.2 kg CO₂e pro m² und Jahr, der heutige Schweizer Durchschnitt. Sanierung 3 bis 7 kg, um den Schweizer Richtwert von 5. Abbruch des alten Gebäudes 0 bis 50 kg pro m², einmalig.4,6
Ergebnis
Sanierung 180 bis 420 t, Ersatzneubau 630 bis 780 t, Differenz 210 bis 600 t, rund 400 t im mittleren Fall.
Heizen
Heizwärmebedarf 21 kWh pro m² und Jahr beim Neubau und 60 beim sanierten Gebäude, in beiden eine Wärmepumpe mit einer Jahresarbeitszahl von 3, der Schweizer Strommix mit 0.128 kg CO₂e pro kWh, konstant gehalten. Über 60 Jahre kommen so rund 270 t zur Sanierung und 160 t zum Neubau hinzu.7,8
Holz
Hat der Neubau ein Holztragwerk, verursacht er 2.5 kg CO₂e pro m² und Jahr weniger. Der Unterschied sinkt dann auf 60 bis 450 t, rund 250 t.9
Grenzen
Ein Gebäudetyp, Schweizer Werte, für die Sanierung Richtwerte statt gemessener Durchschnitte, ein konstanter Strommix. Nicht jedes Gebäude lässt sich gut sanieren, und Ersatzneubauten schaffen oft zusätzliche Wohnungen.

Sanieren = Fläche × Sanierung × Jahre. Ersatzneubau = Fläche × (Neubau × Jahre + Abbruch). Spannen an den Extremen: der tiefste Ersatzneubau gegen die höchste Sanierung und umgekehrt.

09 / Quellen

  1. 1

    Schwartz, Raslan, Mumovic, The life cycle carbon footprint of refurbished and new buildings: a systematic review of case studies, Renewable and Sustainable Energy Reviews 81, 2018. discovery.ucl.ac.uk ›

  2. 2

    Europäische Kommission, A Renovation Wave for Europe, COM(2020) 662, 14. Oktober 2020. eur-lex.europa.eu ›

  3. 3

    Bundesamt für Umwelt (BAFU), Rohstoffe, Abfall und Kreislaufwirtschaft: Das Wichtigste in Kürze, 25. September 2025. bafu.admin.ch ›

  4. 4

    Schweizerischer Bundesrat, Bericht in Erfüllung des Postulates 20.4135 Schaffner, 20. August 2025. parlament.ch ›

  5. 5

    Synoptic, Graue Emissionen von Sanierung und Ersatzneubau, November 2026. Methode auf dieser Seite ›

  6. 6

    SIA, SIA 390/1:2025 Klimapfad, 2025 (Richtwert für Umbauten, die Annahme für die Sanierung). shop.sia.ch ›

  7. 7

    Intep für die Stadt Luzern, Gebietsentwicklung Kleinmatt-/Bireggstrasse: Analyse Gesamtenergie, 20. Juni 2025 (Werte für den Heizwärmebedarf). stadtluzern.ch ›

  8. 8

    treeze für das BAFU, Umweltbilanz Strommix Schweiz 2018, 2018 (Strommix). bafu.admin.ch ›

  9. 9

    Machado, Silvestre, Bohne, Building and Environment, 2025 (Tragwerk in Stahlbeton und in Holz).

  10. 10

    Kauer, Lutz, Büttiker, Kaufmann; Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) und ETH Zürich, Bautätigkeit und Verdrängung in der städtischen Schweiz, Juni 2025. bwo.admin.ch ›

  11. 11

    Statistik Stadt Zürich, Mehr Wohnungen trotz vieler Abbrüche, Februar 2026 (Daten 2025). stadt-zuerich.ch ›

  12. 12

    Statistik Stadt Zürich, Leichter Anstieg: 252 Leerwohnungen in Zürich, August 2026. stadt-zuerich.ch ›

  13. 13

    Bundesamt für Statistik (BFS), Leerwohnungsziffer fällt unter 1 Prozent im Jahr 2026, 10. September 2026. admin.ch ›

  14. 14

    Wüest Partner, gemeldet von awp (moneycab), Umnutzungspotenzial von Büros ist begrenzt, 10. April 2025 (ein Pressebericht über die Studie, Sekundärquelle). moneycab.com ›

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